Verkehrsschule Döbeln Inh. Steffen Janasek

Verkehrsschule Döbeln Inh. Steffen Janasek Führerscheinausbildung von Motorrad, PKW, LKW und Traktor. Impressum: http://www.fahrschule-janasek

Wir bieten Ihnen eine Ausbildung bei freundlichem Personal und in angenehmer Atmosphäre. Vom Führerschein für Moped, Auto über den Traktor bis hin zum Lkw - bei uns bekommen Sie einfach alles! Wenn Sie mehr über die Ausbildung der Klassen M, A1, A, B, BE, C1, C1E, C, CE, L, T wissen möchten, können Sie sich auf unserer Internetseite www.fahrschule-janasek.de informieren oder Sie vereinbaren mit mir einen Termin für ein Beratungsgespräch.

20/04/2024

Das muss jetzt mal gesagt werden! - Ein Beitrag von Harry Bittner

Verwundert reiben sich Deutschlands Fahrlehrer die Augen! Hat doch eine politisch-mediale Eruption den Berufsstand erfasst. Aber der Reihe nach. Begonnen hat alles damit, dass punktuell die Regionalpresse sogenannte Auswüchse von Führerscheinkosten, also die Kosten zum Erwerb einer Fahrerlaubnis, als Schlagzeile für ihre Provinz-Berichtsblätter entdeckten. Von Kosten bis zu 7000 Euro war da die Rede und von Durchschnittskosten von 4500 Euro. Eine falsche Darstellung. Hat doch der Brancheverband MOVING erst aktuell die Durchschnittskosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis mit ungefähr 3070 Euro beziffert. Aber wen interessiert das schon? Das will keiner lesen. Angestachelt durch die überzogene Provinzberichtserstattung musste nun natürlich auch noch Deutschlands große Vier-Buchstaben-Zeitung ihren Senf dazugeben. Die 4500 Euro gelten somit als verifiziert – wahr. Und spätestens, wenn die große Vier-Buchstaben-Zeitung so ein Thema auf die Titelseite bringt, erwacht der Tatendrang der Politik, namentlich in Person von Florian Müller, Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zusammen mit seinem verkehrspolitischen Sprachrohrsprecher Thomas Bareiß. Der Bundestag muss über das „Luxusgut“ Fahrerlaubnis debattieren. Argumente des Berufsstandes? Interessieren niemanden! So blieb es bei haarsträubenden Argumenten, Halbwahrheiten und volksnah Gehörtem. Flugs sprang auch noch das ZDF-Magazin „Frontal“ auf den fahrenden Zug auf, mit einem Beitrag, der augenscheinlich im Jahr 2023 gedreht wurde. Es ist halt immer gut, wenn man noch eine Patrone im Gürtel hat. Aber, dies muss zur Ehrenrettung des Magazins gesagt werden, zumindest durften sich hier die Vertreter des Berufsstandes äußern, unterstützt von der Wissenschaft in Person von Frau Bianca Bredow. Immerhin! Zum beschriebenen gesellschaftlich-medialen Szenario hätten sich auch ganz aktuell die berufsständigen Vertreter geäußert. Leider, Sie wurden nicht befragt! Ignoriert? Wir sagen trotzdem unsere Meinung:
Hingebungsvoll bilden tausende Fahrlehrer junge Menschen im Sinne des sozialen Miteinanders für den Straßenverkehr aus. Als Dienstleister, zu Tages- und Nachtzeiten, zu denen andere Menschen nicht arbeiten. Ein geregeltes Leben, mit immer gleichen Arbeits- und Freizeiten ist so gar nicht möglich. Ein Verzicht auf Lebensqualität, der Respekt verdient und gut bezahlt werden muss. Ein Job, verbunden mit unzähligen Fortbildungen und ständigen Überwachungen durch staatliche Behörden. Ein Job, in dem tausende Fahrlehrer unter Erfolgsdruck stehen. Schließlich erwartet ein jeder, dass auch gleich die Erstprüfung bestanden wird. Ein Job, in dem es Sprach-, Kultur- und Soziokulturelle Barrieren gibt. Diese gilt es zu überwinden, was nicht immer gelingt. Nicht, weil Fahrlehrer das nicht wollen, nein, es fehlen ihnen oft die Mittel, einem Bürger, welcher die Fahrerlaubnis seines Heimatlandes in eine deutsche Fahrerlaubnis umschreiben möchte, von einer praktischen Prüfung fernzuhalten, obwohl ersichtlich ist, dass der Fahrerlaubnisbewerber keinesfalls deutschen Straßenverkehrsansprüchen genügt. Schauen wir genau hin! Steigen die Migrationszahlen, steigen die Zahlen an nicht bestandenen Fahrerlaubnisprüfungen. Da ist normal! Weil Fahrlehrer hier im Stich gelassen werden. Wie soll man Menschen mit nicht vorhandenen Kenntnissen der deutschen Sprache die Feinheiten des deutschen Straßenverkehrsrechts beibringen? Und das vor einem soziokulturellen Hintergrund, der für deutsche Fahrlehrer nicht durchschaubar ist. Unglaublich aber wahr, bei Fahrschülern, die der deutschen Sprache mächtig sind, läuft es nicht viel besser. Einfachste Begriffe, wie „oben und unten, vorn und hinten, rechts und links“ werden nicht mehr verstanden, können vom Fahrerlaubnisbewerbern nicht zugeordnet werden. Von „Nachfolgeverkehr und Gegenverkehr“ reden wir lieber gar nicht erst. Ist es Aufgabe der Fahrschule, hier für Abhilfe oder gern auch Nachhilfe zu sorgen? Gern! Das kostet aber Zeit und Zeit kostet Geld!
Kommen daher die steigenden Kosten für einen Fahrerlaubnis? Und dann möge man es den Fahrlehrern in die Fahrschüler-Ausbildungsordnung schreiben. Wäre an der Zeit, denn die stammt von 1998. Eine Ausbildungsordnung nach der Fahrlehrer ausbilden müssen. Aus dem vorigen Jahrhundert. Fahrschüler treffen nachfolgend auf die Verkehrswirklichkeit 2024. Liegt hier die Ursache der hohen Misserfolgsquoten? Es ist anstrengend, darüber nachzudenken. Ähnlich wie im Fußball - da gibt es 80 Millionen „Bundestrainer“- gibt es beim Autofahren 80 Millionen „Fahrlehrer“. Bloß gut, dass nur etwa mehr als 40.000 diesen Beruf professionell ausüben dürfen.
Ach nein, die Lösung naht in Form der Elektronik. Der Simulator als Heilsbringer, so wird suggeriert ist es, und der wird nicht benutzt von der Fahrlehrerschaft! Ernsthaft? Simulatoren, die weit davon entfernt sind, Simulatoren zu sein, im Jahr 2024, mit ihrer veralteten Bildschirmtechnik, mit verpixelten Darstellungen, mit realitätsfernen Bedienelementen, mit unprofessioneller Darstellung von Lehr-Lerninhalten, die mit der Verkehrswirklichkeit nichts zu tun haben. Hat Herr Florian Müller darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, wenn jede Fahrschule einen Simulator vorhalten muss? Stückpreis 20.000 Euro. Garantiert wird hier die Fahrausbildung billiger, Herr Müller. Abgesehen davon können ein Drittel der Fahrerlaubnisbewerber den Simulator gar nicht nutzen, schlichtweg wird denen dabei schlecht (unwohl). Nichts weiter als eine spielerische Ergänzung des Lernprozesses. Nicht schlecht, aber haben Sie nicht bessere Ideen, Herr Müller? Und noch eine großartige Idee wurde vorgetragen: Die ländliche (?) Fahrschule solle erhalten bleiben! Das bedingt die Ausbildung von Fahrlehrern. Gute Sache, würden da nicht viele Bewerber an der übermäßigen Bürokratie scheitern, für die Herr Müller als MdB mit verantwortlich ist. Die Bürokratie des Antragsverfahrens, die schreckliche, aus dem Mittelalter stammende Bürokratie der Fahrlehrer-Prüfungen, die unglaubliche Bürokratie der Ausbildungsfinanzierung. Unglaublich, welche Steine einem Bewerber in den Weg gelegt werden. Und unglaublich, was Herr Müller da in den zurück liegenden Jahren mit angerichtet hat. Lächerlich aus diesem Grund der Vorschlag, die Anzahl der Fahrlehrer durch die Ausbildung zum Fahrerlaubnisprüfer zu dezimieren. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Eine fundierte Fahrlehrerausbildung kostet übrigens 30.000 Euro - nur zum PKW-Fahrlehrer. Weitere Lehrerlaubnis-Klassen kosten gern nochmals zwischen 3.000 Euro und 12.000 Euro. Zucken Sie nicht, Herr Müller. Diese Kosten muss der Fahrlehrer nach Aufnahme seiner Tätigkeit wieder „einspielen“ zzgl. seiner Lebenshaltungskosten. Ganz klar, dass eine Fahrerlaubnis in Deutschland durchschnittlich 3070 Euro kostet. Über Kraftfahrzeug- und Kraftstoffpreise reden wir hier besser nicht. Sinniert wird auch, nicht nur von Herrn Müller, über die Verbesserung der Situation im Prüfwesen. Alternativ könnten die „Prüfungsweltverbesserer“ ihren Gehirnschmalz in die Verbesserung der Prüfungsdurchführung stecken. 55 Minuten Prüfzeit im PKW-Bereich sollten sich ungefähr so aufteilen: 5 Minuten Vorbesprechung, 5 Minuten fahrtechnische Vorbereitung, 35 Minuten reine Fahrzeit, (die EU fordert nur 30 Minuten), 5 Minuten fahrtechnische Nachbereitung und 5 Minuten Auswertungsgespräch. Wäre schön, aber träumen muss erlaubt sein. Vorbenannte Aufteilung findet so nicht statt, viel mehr wird die reine Fahrzeit auf 50 Minuten ausgedehnt, sodass nach der 23. „Rechts vor Links“ die restlichen 30 „Rechts vor Links“ auch noch angefahren werden. „Todprüfen“ nennen das Fahrlehrer. Prüfer grinsen den Schüler ins Gesicht und fragen: „Na, die Prüfung war wohl zu schwer?“ Der Grundsatz, die Prüfung findet zu gleichen Teilen innerorts und außerorts statt, wird nicht eingehalten. Das geforderte Feedbackgespräch? Findet nicht statt. Viel einfacher ist es doch, das elektronische Protokoll per E-Mail an den Schüler zu senden. Das spart lästige Diskussionen.
Zum guten Schluss: Wir arbeiten daran. An einer neuen Fahrschüler-Ausbildungsordnung. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch der BASt und des BMDV. Wir arbeiten an der ständigen Fortbildung unseres Berufsstandes. Drei Tage Pflichtfortbildung in 4 Jahren? Ja, muss verbessert werden! Wir stellen geeignete Fortbildungsformate zur Verfügung. Verbindliche Leistungstests für Fahrschüler? Wir sind dafür – aber dann mit allen Konsequenzen für die Schüler. Das können auch weitere Fahrstunden sein, billiger wird es dadurch nicht. Wir haben verstanden und sind bereit, uns weiter zu entwickeln. Dabei nehmen wir Beratung und Überwachung dankend an. Was wir nicht annehmen, ist Schwarz-Weiß-Malerei! Die Einführung digitaler Unterrichte, Simulatoren-Unterrichte und weiterer Aktionismus ohne wissenschaftliche Begleitung tragen wir nicht mit. Konstruktiv, kunden- und erfolgsorientiert gestalten wir die Zukunft der Fahrausbildung.

Harry Bittner
1. Vorsitzender des Thüringer Fahrlehrerverband e.V.

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