07/10/2026
Was für ein Showdown zum Saisonfinale! Kaiserwetter, dröhnende Motoren und ein volles Starterfeld – die Kulisse für den letzten Meisterschaftslauf der 1300 ETC, Fast 70s und des ETCC 70s Revival hätte nicht spektakulärer sein können. Vor den Teams lag ein absoluter Marathon-Tag: Beide Qualifikationssitzungen und das alles entscheidende 50-Minuten-Rennen inklusive Boxenstopp – das einzige der gesamten Saison – mussten an einem einzigen Tag durchgezogen werden. Ein brutaler Kraftakt für Mensch und Maschine, bei dem die Nerven von Beginn an wie Drahtseile gespannt waren.
Schon im Qualifying zeigten die Titelaspiranten, warum sie da stehen, wo sie stehen. Alle Meisterschaftsfavoriten brannten Top-Zeiten in den Asphalt und sicherten sich hervorragende Ausgangspositionen für den finalen Ritt um die Krone.
1300 ETC: Enzo Thiefain macht den Hattrick perfekt!
In der 1300 ETC knisterte die Luft schon vor dem Rennstart vor Spannung. Das Qualifying war an Dramatik kaum zu überbieten und lieferte in der Klasse vom Team Kehr ein super enges Ergebnis: Die ersten vier Plätze lagen innerhalb von nur einer einzigen Sekunde! Mittendrin im absoluten Millimeter-Kampf war das Team Kehr, das sich eine hervorragende Ausgangsposition auf Platz 3 der Klasse sicherte. Vor dem Rennen trennten Spitzenreiter Enzo Thiefain (Austin Morris Mini Cooper S) und das Team Kehr mit Michael und Christian (VW Polo 86) mickrige drei Punkte. Da Enzos Klasse an diesem Wochenende voller besetzt war, hatte er das Schicksal komplett in der eigenen Hand.
Im Rennen wurde gefightet bis aufs Messer! Am Ende überquerte Enzo als sensationeller Zweiter seiner Klasse die Ziellinie. Genau die gleiche Platzierung holte auch das Team Kehr in ihrer Klasse. Das Rechenspiel war vorbei, die Entscheidung gefallen: Enzo Thiefain krönt sich zum 3. Mal in Folge zum Meister! Was für eine geschichtsträchtige, bärenstarke Leistung von ihm und seiner gesamten Crew!
Hinter dem verdienten Champion schnappt sich das Team Kehr den Vizetitel, nach einer absolut herausragenden Saison, in der sie Enzo bis zur letzten Sekunde alles abverlangt haben. Das Podium der Meisterschaft komplettiert Olaf Rost, der im VW Polo ebenfalls eine fantastische Saison ablieferte.
Fast 70s: Nervenkrimi und Drama im Es**rt-Lager
In der Fast 70s ging es um das prestigeträchtige Duell der Ford Es**rt RS 2000. Während Geert Boels mit einem komfortablen Polster von 15 Punkten anreiste (bei maximal 17,5 zu vergebenden Zählern), brannte dahinter die Luft! Im Kampf um die Plätze 2 und 3 der Meisterschaft war zwischen Jan-Willem Oosterhagen, Freddy van Sprundel (beide Ford Es**rt MK1) und Marnix Dierick (Ford Es**rt MK2) noch alles völlig offen.
Doch das Drama schlug schon vor dem Start erbarmungslos zu: Im Qualifying ging das Auto von Marnix kaputt – ein bitterer Rückschlag, der ihn zum Zuschauen verdammte.
Im Rennen wurde dann um jeden Zentimeter Asphalt gefightet! Freddy van Sprundel zeigte eine phänomenale Leistung, stürmte auf den 2. Platz nach vorne und belohnte sich damit mit dem Vize-Meistertitel in der Fast 70s Meisterschaft. Jan-Willem Oosterhagen warf ebenfalls noch einmal alles in die Waagschale, kämpfte sich auf einen starken 3. Platz und sicherte sich damit den verbleibenden Podestplatz in der Gesamtwertung. Geert Boels ging unterdessen kein unnötiges Risiko mehr ein, steuerte seinen Es**rt auf Rang 4 ins Ziel und tat damit genau das, was er tun musste: Das reichte völlig aus – Geert Boels ist der verdiente Champion der Fast 70s!
ETCC 70s Revival: Die Könige der Saison
In der kombinierten Gesamtwertung, dem prestigeträchtigen ETCC 70s Revival, spiegelt sich die pure Qualität dieses Jahres wider. Die Top 3 der Saison 2026 liest sich wie das Who-is-Who des historischen Motorsports:
1. Enzo Thiefain (Austin Morris Mini Cooper S)
2. Team Kehr (VW Polo 86)
3. Geert Boels (Ford Es**rt RS 2000 MK1)
Danke für ein unvergessliches Jahr 2026!
Eine unfassbare Saison geht zu Ende. Wir durften spektakuläre, herzergreifende und rasiermesserscharfe Duelle auf der Strecke erleben. Es wurde Stoßstange an Stoßstange gefahren, immer hart am Limit, aber – und das ist das Schönste – immer mit dem maximalen Respekt für den Gegner.
Während auf dem Asphalt die Reifen glühten, herrschte im Fahrerlager pure Harmonie und echte Freundschaft. Genau das ist es, was unseren Sport so einzigartig macht!
Ein riesiges Dankeschön von unserer Seite an alle Teams, Fahrer, Mechaniker und Helfer mit euren wunderschönen, pfeilschnellen Autos. Ihr habt die Saison 2026 zu etwas ganz Besonderem gemacht. Wir blicken schon jetzt mit voller Vorfreude und leuchtenden Augen auf das Jahr 2027. Kommt gut durch den Winter – wir sehen uns an der Rennstrecke!
Text: Christian Kehr, Fotos: van Loock