06/10/2022
Hallo zusammen,
aufgrund der Hochsaison kommen wir leider erst jetzt dazu die Spenden von August zu posten. Überwiesen sind sie aber schon länger. Aber, was lange währt wird endlich gut. 😀
Wir danken hiermit wieder allen Kunden, die uns helfen die Welt ein wenig erträglicher zu machen.
Gleichzeitig möchte ich einen kurzen Teil einer Email hier reinkopieren, die ich von einem Crew-Trainer der Sea Eye4 erhalten habe. Die derzeit durch Spekulationen explodierenden Energiepreise treffen nicht nur uns, sondern auch Seenot-Rettungsschiffe wie die Sea Eye4.
Die nachfolgenden Zeilen stammen von jemanden, der selbst ehrenamtlich auf dem Schiff tätig ist und dies alles auch schon selbst erlebt hat:
„Jede einzelne Woche des Jahres werde Boote verzweifelt gesucht, verschwinden aber spurlos, weil sie samt der Menschen die sich darauf befinden im Meer versinken. Das passiert Tag für Tag, Woche für Woche, seit Jahren.
Zum Teil werden über die zivile Notrufnummer von https://alarmphone.org Notrufe empfangen und an die staatlichen Institutionen weitergeleitet.
Aber im Gegensatz zu Unglücken an hiesigen Gewässern rückt niemand aus; keine Hubschrauber, keine Wasserwacht oder DLRG und auch keine Küstenwache.
Die Disponenten der Seenotrettungsleitstellen sagen am Telefon (Zitat): „Man möge bitte die Notrufnummer freimachen falls andere Notrufe ankommen“.
Ein sehr großer Teil der Personen die versuchen das Bürgerkriegsumkämpfte Land Libyen, mit seinen KZ ähnlichen Haftanstalten zu verlassen, werden von der, durch die EU finanziell massiv gestützten sogenannten libyschen Küstenwache, welche nachweislich von Milizen durchsetzt ist, zurückgebracht. Das sind sogenannte illegale Pushbacks! Aber auch Mitgliedsstaaten der EU bringen Menschen, die mitunter schon Land erreicht hatten (oder auch nicht, aber in EU Gewässern waren) illegaler Weise zurück an die europäische Außengrenzen. Erst letzte Woche suchte unser Einsatzschiff Sea-Eye 4 nach einem nachweislich ausgelaufenen Boot, das über Alarmphone einen Notruf abgesetzt hatte und trotz intensiver Suche und Bemühungen nicht mehr gefunden wurde. Nicht von uns und auch von keiner anderen Organisation. 84 Menschen sind spurlos verschwunden. Unsere befreundete Organisation Sea-Watch berichte gestern von einem Unglück auf See bei dem mehrere Kinder ertranken, die schlimmste anzunehmende Situation für Eltern. Die nötigen Strukturen und Mittel existieren in der EU, aber es rückt niemand mehr aus, geschweige denn nimmt Notrufe entgegen! Das ist unterlassene Hilfeleistung.
Wir haben derzeit heftig mit den exorbitant gestiegenen Treibstoffpreisen zu kämpfen. Die Rettungseinsätze sind finanziell schier nicht mehr zu stemmen. Aus diesem Grunde hat eine Unterstützergruppe namens Sea-Eye Friends zu einem außergewöhnlichen Mittel gegriffen, der Spendenverdoppelungsaktion, mit der sie uns in absoluten Notlagen einen Weg schafft erneut hinauszufahren in die Search & Rescuezone vor der libyschen Küste.
https://www.betterplace.org/de/matching-funds/361-sea-eye-friends
Eure Spende wird durch Sea-Eye Friends verdoppelt. Auf diese Weise werden z.B. aus 50,— €, 100,— €, ganz von selbst.“