21/07/2026
Hallo Ihr Lieben 🥰
auch wir müssen heute diesen Kanal einmal nutzen, um unserem Frust und unserem Unmut Luft zu machen.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir leider immer wieder Erfahrungen mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis – insbesondere mit dem Straßenverkehrsamt – gemacht, die für uns nicht mehr nachvollziehbar und akzeptal sind.
Deshalb haben wir einen Brief an unseren Landrat, Herrn Boetticher, verfasst. Darin schildern wir unsere Erfahrungen, unsere Kritik und unsere Erwartungen an eine bürgernahe und lösungsorientierte Verwaltung.
Den Brief haben wir diesem Beitrag beigefügt. Wir würden uns freuen, wenn ihr ihn lest und euch eure eigene Meinung bildet. Vielleicht haben auch andere ähnliche Erfahrungen gemacht. Darf auch geteilt werden.
Wir hoffen, dass unsere Kritik nicht einfach ungehört bleibt, sondern zu einem konstruktiven Dialog und vor allem zu Verbesserungen führt – für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für KFZ-Unternehmen in unserer Region.
Sehr geehrter Herr Boetticher,
mit diesem Schreiben möchten wir unsere große Sorge und unseren Unmut über die seit Monaten unhaltbare Situation im Straßenverkehrsamt BGL des Rheinisch-Bergischen Kreises zum Ausdruck bringen.
Als Autohaus wickeln wir sämtliche Zulassungen unserer Neu- und Gebrauchtwagen über den Zulassungsdienst Malu ab. Seit Monaten erleben wir jedoch, dass das Straßenverkehrsamt nicht in der Lage ist, die anfallenden Zulassungen innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu bearbeiten. Statt Lösungen zu schaffen, werden regelmäßig Begründungen wie Personalmangel oder organisatorische Probleme angeführt.
Für ein Unternehmen mag eine verzögerte Bearbeitung ärgerlich sein – für uns ist sie inzwischen existenzbedrohend.
Wir müssen jedes Fahrzeug bereits vollständig bezahlen, bevor es zugelassen werden kann. Erst nach erfolgter Zulassung werden die Fahrzeuge von den finanzierenden Banken ausgezahlt. Durch die massiven Verzögerungen sind wir gezwungen, teilweise mehrere Hunderttausend Euro aus eigenen Mitteln vorzufinanzieren. Dadurch entstehen uns erhebliche Liquiditätsengpässe sowie hohe Zins- und Finanzierungskosten, die ausschließlich auf die ausbleibende Bearbeitung im Straßenverkehrsamt zurückzuführen sind.
Von der Verärgerung der Kunden ganz abgesehen.
Besonders erschreckend ist, dass durch diese Situation mittlerweile die wirtschaftliche Existenz unseres Unternehmens und damit die Arbeitsplätze von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefährdet sind. Es ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, dass ein funktionierender mittelständischer Betrieb aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit einer öffentlichen Behörde in eine derart prekäre Lage gebracht wird.
Häufig wird auf die Möglichkeit der Online-Zulassung verwiesen. Diese stellt jedoch in der Praxis für die überwiegende Zahl unserer Kunden keine realistische Alternative dar. Der Ablauf ist für viele Privat- und Gewerbekunden zu kompliziert und mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Hinzu kommt, dass die Online-Zulassung in vielen Fällen mit höheren Kosten verbunden ist oder von den Kunden schlicht nicht akzeptiert wird. Die Verantwortung für eine funktionierende Fahrzeugzulassung darf daher nicht auf die Bürger oder die Autohäuser verlagert werden. Das Straßenverkehrsamt muss auch weiterhin in der Lage sein, den regulären Zulassungsprozess zuverlässig und zeitnah sicherzustellen.
Wir erwarten von einer Behörde dieselbe Verlässlichkeit und Serviceorientierung, die auch von uns als Unternehmen tagtäglich eingefordert wird. Wenn wir unseren Kunden über Monate hinweg mitteilen würden, dass wir unsere Leistungen wegen Personalmangels nicht erbringen können, hätte dies gravierende wirtschaftliche Konsequenzen. Dass eine öffentliche Verwaltung diesen Zustand über einen so langen Zeitraum aufrechterhält und die Folgen auf Unternehmen abwälzt, ist nicht akzeptabel.
Personalmangel mag kurzfristig eine Erklärung sein, darf aber über Monate hinweg keine Rechtfertigung dafür sein, dass gesetzliche Verwaltungsaufgaben nicht ordnungsgemäß erfüllt werden. Es liegt in der Verantwortung des Rheinisch-Bergischen Kreises, die personellen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, damit Bürger und Unternehmen die Leistungen der Verwaltung fristgerecht in Anspruch nehmen können.
Wir fordern Sie daher nachdrücklich auf, unverzüglich wirksame Maßnahmen einzuleiten, um die Bearbeitungszeiten im Straßenverkehrsamt dauerhaft auf ein vertretbares Maß zu reduzieren. Darüber hinaus bitten wir Sie um eine konkrete Stellungnahme, welche Schritte bereits eingeleitet wurden und bis wann mit einer spürbaren Verbesserung zu rechnen ist.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die aktuelle Situation nicht nur unser Unternehmen betrifft. Viele Autohäuser, Kfz-Betriebe und deren Kunden leiden unter den erheblichen Verzögerungen. Sollte sich die Situation nicht zeitnah verbessern, sehen wir die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen ernsthaft gefährdet.
Wir hoffen sehr, dass Sie die Tragweite dieser Problematik erkennen und als Verwaltungschef des Rheinisch-Bergischen Kreises die notwendigen Entscheidungen treffen, bevor weitere Unternehmen wirtschaftlichen Schaden erleiden oder Arbeitsplätze verloren gehen.
-bergischer-Kreis
von boetticher
Bergisch Gladbach