30/07/2026
Langsam wird der Bogen überspannt.
Wenn Rolex und Porsche inzwischen als Symbole herhalten müssen, wenn über Steuerbetrug gesprochen wird, läuft aus meiner Sicht etwas gewaltig schief.
Steuerbetrug gehört verfolgt.
Konsequent. Ohne Wenn und Aber.
Aber seit wann ist sichtbarer Wohlstand verdächtig?
Seit wann muss sich jemand dafür rechtfertigen, dass er sich nach vielen Jahren Arbeit eine hochwertige Uhr oder ein besonderes Auto leisten kann?
Mich stört diese Entwicklung.
Denn damit transportieren wir eine Botschaft, die unserem Land nicht guttun kann:
Erfolg macht verdächtig.
Dabei brauchen wir gerade jetzt Menschen, die bereit sind, etwas aufzubauen.
Unternehmer, die investieren.
Die Arbeitsplätze schaffen.
Die eigenes Kapital riskieren.
Die Verantwortung übernehmen.
Die auch dann Entscheidungen treffen müssen, wenn andere längst Feierabend haben.
Natürlich ist nicht jeder Wohlstand das Ergebnis harter Arbeit.
Aber genauso wenig ist Wohlstand ein Indiz dafür, dass jemand etwas Unrechtes getan hat.
Wir sollten Steuerbetrug bekämpfen – und gleichzeitig endlich wieder lernen, Leistung und wirtschaftlichen Erfolg anzuerkennen.
Denn wenn Unternehmer zunehmend das Gefühl bekommen, dass Erfolg gesellschaftlich zwar besteuert, aber kaum noch respektiert wird, haben wir irgendwann ein größeres Problem als eine Rolex am Handgelenk.
Wir brauchen wieder mehr Lust auf Leistung, Unternehmertum und Erfolg.
Und weniger Misstrauen gegenüber denen, die ihn haben.
Erfolg ist kein Grund, sich zu entschuldigen.