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Wenig los hier, nicht wahr?Nun, ich habe schlechte Nachrichten für euch.Diese Seite wird still bleiben. Ich schaue hier ...
02/03/2026

Wenig los hier, nicht wahr?
Nun, ich habe schlechte Nachrichten für euch.
Diese Seite wird still bleiben.

Ich schaue hier eh kaum rein, der Messenger zeigt mir sowieso nur selten an, wenn ich neue Nachrichten habe und die Meisten folgen mittlerweile längst meinem privaten Profil.
Die, die bisher nur dieser Seite folgen, dürfen das gerne auch tun. Folgen, nicht befreundet sein. Ich stelle die Beiträge zur Schafschur etc. auch dort öffentlich rein, sodass ihr die auch so seht.

Das ändert sonst NICHTS! Ich bin immernoch Schafschererin und bleibe das auch. Nur die Pflege dieser Seite macht mir einfach keinen Spaß mehr.
Ich werde sie (noch) online lassen. Zum Nachlesen, Bilder angucken, was auch immer. Aber ich werde mich nicht mehr aktiv darum kümmern.
Beiträge, die keine Rolle mehr spielen, habe ich gelöscht, sodass ihr die Beiträge, die tatsächlich Informationen enthalten, leichter findet.

Machts gut 😊

Die Wahrheit über ScherwettkämpfeStress, Verletzungen und Tierquälerei... Das sind die Vorurteile über Schafschurwettkäm...
11/09/2025

Die Wahrheit über Scherwettkämpfe

Stress, Verletzungen und Tierquälerei... Das sind die Vorurteile über Schafschurwettkämpfe. Aber was passiert da eigentlich wirklich?
Ich denke, ihr wisst, was jetzt kommt: Das Gegenteil ist der Fall.

Der Stress, Schafsicht: Die Schafe stehen in einem Pferch, abseits vom Trubel, werden irgendwann in die kleineren Pens aufgeteilt, werden geschoren, nochmal kurz zum Bewerten festgehalten und dann dürfen sie schon wieder zügig nach Hause. Das Ganze läuft deutlich ruhiger und stressfreier, als es oft um Alltag der Fall ist, da einfach alles für einen optimalen Ablauf aufgebaut ist und die zuständigen Helfer ganz genau wissen, was sie machen.
Zudem stammen die Wettkampfschafe meist aus Großherden und sind es gewohnt, umgetrieben zu werden oder mal eine Weile im Pferch z. B. auf eine Wurmkur zu warten. Da sie wissen, dass dabei nichts Schlimmes passiert und sie danach mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine schöne, frische Weide dürfen.
Da hat es das "Gartenschaf" schwerer, das erst eine halbe Stunde über die Wiese gejagt wird, bis man es endlich mal gefangen hat.

Der Stress, Scherersicht: Die Neulinge sind sicher noch etwas nervös, aber deswegen bekommen die auch einfache Schafe, worauf ich später noch eingehe. Die alten Hasen... nun, wir machen auf den Wettkämpfen auch nichts Anderes als im Alltag und von den Zuschauern bekommt man eh nichts mit. Alles halb so wild und tendenziell würde ich eher behaupten, dass man auf Wettkämpfen nochmal extra achtsam schert, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ich plauder sogar nebenbei gerne mit meinem Penman, so wie ich es im Alltag auch mit den Umstehenden mache 😉

Verletzungen, oder: Worum geht es eigentlich?
Standhaft hält sich das Gerücht, es ginge bei diesen Wettkämpfen darum, wer der Schnellste ist.
Nö. Würde auch garkeinen Sinn machen, da es um die Wollernte geht und das Ganze nur lukrativ wird, wenn man die Wolle in bestmöglicher Qualität vom Schaf holt und das Schaf heile lässt, damit es weiter Wolle und Lämmer produzieren kann, statt im schlimmsten Fall noch Tierarztkosten zu verursachen.
Somit besteht die Wertung bei Wettkämpfen aus mehreren Teilen:
- Beim Scheren selber steht ein Richter daneben (einer neben jedem einzelnen Scherer), der second cuts (Nachschnitt) zählt. Wir sollen die Wolle nämlich in nur einem Zug sauber abscheren. Die Fasern durchzuschneiden mindert die Qualität. Zudem guckt er, dass das Vlies im Ganzen bleibt. Das muss sauber an einem Stück bleiben, damit es danach zügig weggenommen, sortiert und ggf. gerollt werden kann. Und der guckt auch, dass wir das Schaf gut behandeln. Treten, an den Ohren ziehen oder sonstwie grob behandeln gibt Strafpunkte und kann in schweren Fällen zum Ausschluss führen!
- Danach wird das Schaf nochmal bewertet. Stehen gelassene Wolle und Verletzungen geben Strafpunkte. Verletzungen sogar richtig viele.
- Die Zeit wird auch bewertet, aber man kann noch so schnell sein; wenn der Rest nicht stimmt, bringt die garnichts.
- Zudem gibt es noch Strafpunkte wenn man andere Scherer behindert (abgehauenes Schaf, das zum anderen Scherstand läuft, Gegner mit Dreckwolle bewerfen...) oder der Helfer im Pen schummelt (Schaf für den Scherer anheben, nen doofen Fussel vorher abzupfen...).

Es gibt noch die Speedshearing Wettkämpfe, bei denen das Hauptaugenmerk tatsächlich auf der Geschwindigkeit liegt. Aber auch hier wird darauf geachtet, dass da keiner teilnimmt, der das garnicht kann und das Schaf gefährden würde!
Niemand möchte ein verletztes Schaf! Nirgends!

Ich bin übrigens beim besten Willen kein sonderlich schneller Scherer, punkte aber in den anderen Bereichen.
So habe ich z. B. so lustige Sachen geschaff, wie einen zweiten Platz trotz abgehauenem Schaf und einer entsprechend eher bescheidenen Zeit 😅

In einigen Ländern muss man sogar erst nachweisen, dass man gut genug scheren kann, bevor man auf Wettkämpfen antreten darf. Das passiert durch Prüfungen und erst mit der entsprechenden Prüfung (nennt sich Seal und ist ähnlich wie die Schwimmabzeichen) und/oder Erfolgen in der niedrigeren Klasse darf man in die jeweils höhere Klasse usw.

Die Sicherheit: Wettkämpfe sind viel sicherer für Schaf und Scherer als der Alltag!
Der Aufbau der Scherstände, Pens usw. ist immer möglichst optimal, sodass kein freilaufendes Schaf irgendwen verletzten kann, kein Werkzeug irgendwo rumliegt, man irgendwo hängen bleibt...
Wie gesagt, steht immer ein Richter direkt neben einem. Der darf nicht helfen, aber im Ernstfall macht der die Maschine aus oder hält mal schnell irgendwas fest, damit nichts passiert. Oder bricht das Ganze ab, wenn der Scherer grobe Fehler macht.
Dazu steht jemand im Pen bei den Schafen. Der hält das jeweils nächste Schaf, damit der Scherer es schnell und sicher greifen kann und achtet zudem darauf, dass kein Schaf aus dem Pen springt, die Tür aufschwingt und jemanden trifft usw.

Ein weiterer Punkt sind die Leute vor dem Stand. Die, die auf den Fotos davor hocken und über die Kante gucken. Die sind dafür zuständig, die Wolle schon beim Scheren aus dem Weg zu schubsen, damit der Scherer nicht drauf tritt, stolpert, ausrutscht oder das Schaf drin hängen bleibt. Noch bevor das Schaf den Scherstand ganz verlassen hat, entfernen die die gesamte Wolle, sodass man bei jedem Schaf einen absolut sauberen, sicheren Scherplatz hat.

Zur Sicherheit der Schafe beim Scheren sind diese außerdem "präpariert".
Zuerst wird aussortiert. Schafe, die kränklich sind, zu dreckig, mager... werden aussortiert. Also die, für die man sich auch im Alltag mehr Zeit nehmen muss, damit keine Fehler passieren. Geschoren werden nur möglichst optimale und gleiche Schafe, wodurch von vornherein weniger Verletzungen entstehen und schneller geschoren werden kann.
Dann wird ausgeschoren. Der Intimbereich wird immer ausgeschoren. Je nach Klasse und den vorhandenen Schafen auch der Bauch oder mehr.
So haben die Schafe für die Anfänger (Junior Klasse) z. B. immer nackige Bäuche und einen großzügig ausgeschorenen Po, sodass man garnicht in die Nähe der empfindlichen Teile kommt. Bei den Blades übrigens auch, da aber eher wegen der Chancengleichheit und weil es auch im Alltag so ist - hier nicht, aber generell. Dazu schreibe ich ein andern mal mehr 😉
Beim Speedshearing sind die Schafe am weitesten ausgeschoren. Bauch, Kopf, Po, bis Flanken/Achseln hoch, sodass wirklich nur das eigentliche Vlies übrig ist - also der Teil, der sowieso am einfachsten, schnellsten und gefahrlosesten geschoren werden kann.

Zu guter letzt ist auf jedem Wettkampf mindestens ein Tierarzt anwesend. Hier auch immer jemand vom Veterinäramt.
So ist immer gewährleistet, dass es den Tieren gut geht, sofort behandelt werden kann, wenn doch mal was passiert usw.
Meist findet man die gelangweilt irgendwo rumsitzen, weil einfach nichts für sie zu tun ist.

Im Großen und Ganzen sind die Scherwettkämpfe durch all diese Maßnahmen, die Wertung und das möglichst optimale Umfeld also sogar sicherer und stressfreier als der Alltag. Schwere Verletzungen passieren nur sehr selten und wenn, dann eher beim Scherer als beim Schaf, weil man z. B. das Schaf oder sein Werkzeug in einer Situation festhält, in der man es im Alltag einfach losgelassen hätte oder es sind Unfälle, die man einfach nicht verhindern konnte. Denn nochmal:
Niemand möchte die Tiere verletzen und vor Allem hätte auch niemand etwas davon.
Auf den meisten Wettkämpfen gibt es nichtmal etwas zu gewinnen, das sich lohnen würde 🤷‍♀️

Klauenpflege, Wurmkur und Co bei der Schafschur "Aber mein alter Scherer hat das immer gemacht!" und schon beginnt ein o...
09/08/2025

Klauenpflege, Wurmkur und Co bei der Schafschur

"Aber mein alter Scherer hat das immer gemacht!" und schon beginnt ein oft langes Gespräch über Sinn und Unsinn von Gesetzen, der richtigen Entwurmung oder warum das Ganze mich als Scherer eigentlich garnicht interessieren müsste.

Fangen wir ganz vorne an, nämlich warum die Klauenpflege, Entwurmung usw. eigentlich nicht bei der Schur gemacht werden: Die Schur ist die Ernte der Wolle und genau dafür bin ich als Scherer zuständig. Ausschließlich dafür.

Hornspäne können die Maschinen der Wollverarbeitung beschädigen. Daher gehören die nicht in die Wolle.
Ein harter Hornspan, der in die Schermesser oder Schere gelangt ist auch nicht schön.
Ebenso möchte niemand die Chemikalien der Entwurmung, Ektoparasiten Behandlung oder Ähnliches in der Wolle haben.
Jetzt könne man sagen, dass die Wolle eh auf dem Müll landet... aber lasst uns einfach mal davon ausgehen, dass das nicht so wäre und wir nach wie vor (oder wieder) einen Rohstoff produzieren, der genutzt wird.
Man kann die Wolle auch nicht einfach vorher wegnehmen. Das Schaf liegt da nämlich drauf, wenn kein Woolhandler dabei ist, der sie vorher schon weggeschoben hat und wenn es nicht gerade ein kleines Ouessant ist, kann man das Schaf da auch nicht einfach mal runter heben.

Hinzu kommt die Belastung des Scherers. Während man während der Schur aufgrund der Technik garnicht so viel heben, schieben oder ziehen muss, wie man als Zuschauer denkt, liegt das Schaf am Ende der Schur in einer blöden Position, aus der man es erstmal wieder hoch bekommen muss, um die Klauen zu schneiden oder ihm ein Mittel einzugeben, ohne dass es sich verschluckt.
Klingt harmlos, läppert sich aber und die zusätzliche Zeit wird erfahrungsgemäß sehr ungern bezahlt.
"Ist doch nur ne Minute".
"Sind doch nur die Klauen."
Ja, wenn es gut läuft, hätte ich aber in der Minute schon das nächste Schaf scheren können und wenn die Klauen schlecht sind, besonders hart, der Helfer mit der Wurmkur pennt... dann dauert das länger als die Schur.
Die größte Belastung bei der Schur ist übrigens, wenn es nicht gut läuft und man lange in der selben Position stehen muss, was genau hier auch der Fall ist.

Wie man aber unschwer erkennen kann, schneide ich trotzdem Klauen. Oder helfe bei Behandlungen, Ohrmarken setzen oder wobei auch immer sonst Hilfe benötigt wird.
Warum? Weil es teils noch schwerer ist, einen Klauenpfleger für kleine Bestände zu bekommen, als einen Scherer zu finden.
Geht aber nur bei kleinen Beständen. Die genaue Anzahl hängt von verschiedenen Faktoren ab, aber so pi Mal Daumen 20-30x Fußpflege am Tag gehen meistens. Für alles drüber vermittel ich einen Klauenpfleger oder Helfer oder bringe ihn gleich mit.

Nun muss man aber auch sagen, dass die meisten Scherer auch keine Klauenpfleger sind.
Keine zertifizierten. Die meisten von uns, mich inklusive, können Klauen schneiden und sogar kleine Fehlstellungen beheben, wissen, wie man z. B. bei Moderhinke schneiden und behandeln muss... Wir DÜRFEN es aber nicht! Ohne Zertifikat dürfen wir eigentlich nur einen Pflegeschnitt machen. Medikamente (da zählen auch einfache Klauenbäder zu) geben, dürfen die meisten von uns nicht.

Das Selbe gilt für Wurmkuren, Impfungen usw.
Viele sind verwundert, wenn ich sage, dass ich gerne beim Eingeben helfe, aber sie das Mittel selber vom Tierarzt holen müssen.
Das ist einfach das Gesetz.
Ja, viele Schafscherer halten sich da tatsächlich nicht dran, aber mir ist zum einen das Risiko zu hoch, dass mich irgendein Idiot verpfeift und zum Anderen halte ich absolut nichts davon, pauschal irgendeine Wurmkur ins Schaf zu stecken. Aber Parasitenmanagement würde den Beitrag sprengen.

Zum Schluss noch eine Kleinigkeit. Klingt für manche wahrscheinlich urkomisch, ist es aber eigentlich garnicht.
Wenn ihr nun also das Komplettpaket gebucht und die Mittel besorgt habt und der Scherer euch das Schaf nach der Schur noch kurz hält, damit ihr dem Schaf das Zeug geben könnt: Macht das bitte NACH der Schur, nicht mittendrin.
Es gibt erstaunlich viele Menschen, die versuchen, mitten drin die Wurmkur ins Maul zu stecken, weil der Kopf da grad so schön hängt oder mal schnell das Pour-on auftragen wollen.
Bitte nicht 🙈
Wir Scherer müssen das Schaf nämlich noch anfassen und sehr oft geht was daneben. Das haben wir dann an den Händen, nehmen die Mittel über die Haut auf und das Zeug ist schlichtweg nicht für Menschen gedacht. Es steht nicht umsonst auf vielen Mitteln, dass man Handschuhe tragen soll, wenn man damit arbeitet.
Zudem finden die meisten Schafe so eine Wurmkur nicht gerade lecker oder erschreckend kurz, wenn plötzlich was Kaltes auf den Rücken gespritzt wird.
Den Protesttritt bekommt der Scherer ab.
Und wenn ihr ganz viel Pech habt, bekommt ihr die Maschine oder Schere ab, wenn der Scherer dann ausweichen muss.
Auch wenn sich daran gehalten wird, bekommen wir oft genug unsere Dosis Wurmkur, weil das Schaf doof zappelt, der Mensch mit dem Pour-On angerempelt wird... glaubt mir, ich werde ausreichend gegen Parasiten behandelt, ob ich will oder nicht 😅

Letztes Wochenende fand der erste Handschurlehrgang 2025 statt.Veranstaltet hat ihn Karolin Bünting (Scharfe Wolle) und ...
28/04/2025

Letztes Wochenende fand der erste Handschurlehrgang 2025 statt.
Veranstaltet hat ihn Karolin Bünting (Scharfe Wolle) und wir haben zusammen einem Maschinenscherer und 10 Scheranfängern gezeigt, wie sie ihre Schafe mit der Handschere scheren können und natürlich auch alles drum rum, wie das Handling der Schafe, die Pflege der Scheren, das Sortieren der Wolle... Alles, was dazu gehört.

Die Teilnehmer waren eine ganz tolle Truppe! Es wurde sich gegenseitig unterstützt, jeder konnte von und mit den Anderen lernen und es hat sehr viel Spaß mit euch gemacht ❤
Vor Allem wart ihr alle sehr tapfer. Kein Muskelkater, kein Krampf, kein fieser Filz, kein "spezielles" Schaf konnte euch aufhalten!

Nebenbei haben wir auch ein bisschen für euch gefilmt, damit man sich später die Abläufe noch einmal anschauen kann. Die Videos werden über Karo veröffentlicht, also folgt ihr am Besten auch 😉

Ein ganz großes Danke geht auch an die Schäferei Stücke, bei der wir den Kurs machen durften. Ganz liebe Menschen, die uns erstklassig versorgt haben und eure Schafe sind einfach nur toll! Ganz liebe, geduldige und gut gepflegte Bentheimer und Zwartbless, an denen die Anfänger optimal lernen konnten.
Tipp an die Wollsuchtis: Ihr bekommt dort auch wunderschöne Wollprodukte!

Wer sich jetzt denkt, dass er sowas auch mal machen möchte, muss einfach nur ein bisschen auf meiner Seite runter scrollen. Irgendwo ist da der Kurs verlinkt, den ich Anfang Juni mit Michael Churchouse auf dem Waaker Burghof gebe!

Ich erhole mich jetzt von meiner Zugfahrt Odyssee und demnächst gibt es auch wieder ein paar Beiträge. Die Teilnehmer haben mich auf ein paar Ideen gebracht, was man euch mal erzählen könnte 😉

07/02/2025

Handschur Lehrgang, um zu lernen seine eigenen Schafe zu scheren. Geeignet für kleine Schafherden. Die Schafschur wird für Anfänger gelehrt.

Bisher konnte ich sagen, dass mir noch kein Schaf ungeschoren davon gekommen ist.Ok, vielleicht das ein oder andere, das...
07/09/2024

Bisher konnte ich sagen, dass mir noch kein Schaf ungeschoren davon gekommen ist.
Ok, vielleicht das ein oder andere, das schon aus dem Pferch geflüchtet ist oder sich garnicht erst einfangen ließ, bevor ich überhaupt versuchen konnte, es zu scheren, aber das liegt nicht in meiner Macht.

Heute war es dann so weit.
Eine Walliser Aue.
Diese Aue und ich kennen uns schon eine ganze Weile. Seit ihrer ersten Schur. Und ich kann sagen, dass diesem Schaf wirklich niemals etwas Böses widerfahren ist... Sie ist einfach das personifizierte Böse 😈
Schon bei ihrer ersten Schur hat sie mir erfolgreich das linke Knie ramponiert. Nichts Schlimmes, aber immerhin 2 Wochen Zwangsurlaub. Auch bei den darauffolgenden Schuren wurde es nicht besser. Eher schlimmer. Pünktlich alle halbe Jahr wusste ich: Heute wirst du vom Schaf vermöbelt.
Dabei hatten wir alles Erdenkliche versucht: Schere oder Maschine, Bodenschur, komplett auf dem Boden liegend, im Stehen scheren, Helfer zum Festhalten...
Nunja, ich bin stur, aber irgendwann gebe sogar ich auf. Das Schaf muss jetzt mit einem geschorenen Bauch und einem halb geschorenen Bein rumlaufen. Mir brummt der Schädel und mein Kaffee schmeckt nach Blut.
Sie versteckt sich auf den Fotos hinter dem Bock. Der und seine anderen Mädels waren heute lieb.

Blauzunge - Scheren oder nicht?Die Herbstschur steht vor der Tür. Aber schützt die Wolle nicht auch vor den Gnitzen?Ja, ...
27/08/2024

Blauzunge - Scheren oder nicht?

Die Herbstschur steht vor der Tür. Aber schützt die Wolle nicht auch vor den Gnitzen?
Ja, da bin ich mir ziemlich sicher. Sie ist kein 100%iger Schutz, da alle Schafe trotzdem Stellen ohne Wolle haben, aber sie verkleinert die Angriffsfläche deutlich.
Der ein oder andere, der sowieso zweimal jährlich oder nur die Lämmer vom Frühjahr schert, macht somit wohl nichts falsch, wenn er diese Herbstschur einfach aussetzt.
Die Herbstschur bei Langwollschafen komplett auszusetzen, empfehle ich NICHT!

Aber was sollen die mit Langwollschafen machen, oder die, die generell nur 1x jährlich im Herbst scheren?
Hier würde ich empfehlen, die Schur zu verschieben und/oder Alternativen zur gewohnten Maschinenschur zu nutzen.

Also wann scheren?
Egal was man jetzt aus welchem Grund auch immer scheren wollen würde, würde ich in der jetzigen Situation zu aller erst einfach noch etwas warten.
Es ist nicht mehr lange, bis es deutlich kühler wird und die Gnitzen mögen keine Kälte.
Für die wenigsten Schafhalter macht es einen Unterschied, ob sie jetzt oder erst im Oktober oder gar November scheren. Für die Gnitze schon.

Aber frieren meine Schafe dann nicht?
Hier kommen wir zu dem Punkt, WIE man seine Schafe schert, wenn man den Termin dafür nach hinten verschiebt.
Was für den Einzelnen passt, hängt von der Haltung ab.

Bei der gängigen Machinenschur sind die Schafe danach fast n***t. Sie haben keinen Schutz gegen Wind und Regen. Die Kälte selber macht Ihnen wenig aus, aber in Kombination mit Nässe und Wind kann das durchaus 'ne ordentliche Lungenentzündung oder Ähnliches geben. Daher würde ich diese nur empfehlen, wenn die Schafe freien Zugang zu einem festen Stall oder dichten, zugfreien Unterstand haben. Oder man wartet gleich bis zur Winterschur, also bis die Schafe eingestallt werden.

Es gibt aber auch sogenannte "Covercombs", auch Winterkämme genannt. Diese lassen etwas mehr Wolle am Schaf. Diese dünne Schicht ist nur wenige Millimeter länger als die bei den "normal" geschorenen Schafen und auch nicht dicht, lässt also noch einige Wochen Wasser durch. Sie bietet aber zumindest etwas mehr Schutz, sodass es den Schafen auch mit einem Weidezelt oder einem nicht ganz so soliden Unterstand gut geht.

Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die Handschur.
Bei der Handschur bleibt eine Schicht Wolle am Schaf. Im Gegensatz zu der beim Covercomb ist diese für gewöhnlich noch etwas länger und sie ist dicht. Die Schafe können also auch bei kaltem Wetter direkt nach der Schur wieder raus. Z. B. in Neuseeland (ja, der dortige Winter ist garstig!) gehen die meisten Schafe direkt nach der Winter(hand)schur wieder auf die Weide - ohne Unterstand und sie kommen damit super klar. Das ist den meisten Menschen hier nicht ganz geheuer, aber die wenigsten hier stellen ihre Tiere im tiefsten Winter ohne Dach irgendwo in die Pampa.
Die professionelle Handschur ist auch nicht, wie viele glauben, nennenswert langsamer als die Maschinenschur (gemessen am "deutschen Durchschnittsscherer", der auch nur etwas über 100 Schafe am Tag schafft)... Also warum nicht mal über den Tellerrand schauen und es versuchen?

Egal, welche Variante nun die Passende ist, denke ich, dass wir Scherer und Schafhalter jetzt anfangen sollten, uns nicht mehr krampfhaft an Schertermine zu halten, die wir nur haben, weil wir sie gewohnt sind oder weil das irgendwer so gesagt hat - meist wurden die aus Gründen eingeführt, die es nicht mehr gibt und haben zwar besonders im Bezug auf die Herbstschur nicht wirklich geschadet, aber vielleicht hilft es, das Ganze nochmal zu überdenken.

Wer Fragen zur Handschur hat oder einen Scherer sucht, der das kann, darf sich gerne bei mir melden.
Ich bin zur Herbstschur im Land (war so nicht geplant, aber wenn ich schon hier festsitze, kann ich auch scheren 😉) und durch die Vergrößerung meines Teams kann ich auch zur Frühjahrs-/Sommerschur neue Kunden aufnehmen. Außerdem könnte ich im Herbst auch noch einen Kurs geben, wenn sich ein geeigneter Betrieb dafür findet.

02/08/2024

Handscheren sicher und effizient benutzen.
Ja, das Video ist wieder gespiegelt. Blöder Selfie-Modus 😅 Ist aber in diesem Fall total egal.

How to bladeshear safe and efficient. German with english subtitles.
Sorry for typos. I used an automatic translation program and didn't see all the errors straight away 🤦‍♀️
Yes, this video is mirrored. Stupid selfie-mode 😅 But it doesn't matter anyways.

Mal wieder was selber genäht... hat auch nur mehrere Monate gedauert, weil ich einfach keine Zeit hatte 🙈100% Schurwolle...
01/08/2024

Mal wieder was selber genäht... hat auch nur mehrere Monate gedauert, weil ich einfach keine Zeit hatte 🙈
100% Schurwolle von Der Stoffdealer.
Für das Schnittmuster habe ich mir ein billiges Kunstfaserteilchen von Ebay bestellt, auseinander gebaut und an mich angepasst.
Und ja, Schurwolle trägt sich auch im Sommer SEHR angenehm, da sie nicht, wie viele glauben, wärmt, sondern isoliert, dabei atmungsaktiv ist und Wasser aufnimmt ohne sich nass anzuführen.

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Sew something myself again... it only took several months because I just didn't have the time 🙈
100% wool from "Der Stoffdealer".
For the pattern I ordered a cheap piece of synthetic fiber from Ebay, disassembled it and adapted it to myself.
And yes, wool is VERY comfortable to wear even in summer because it doesn't keep you warm, as many people think, but insulates, is breathable and absorbs water without feeling wet.

Adresse

Ernst-Thälmann-Str. 91
Großschweidnitz
02708

Telefon

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