24/03/2021
𝗘𝗱𝗶𝘁𝗼𝗿𝗶𝗮𝗹 𝗽𝗲𝗿𝘀ö𝗻𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗠𝗲𝗶𝗻𝘂𝗻𝗴 𝘇𝘂𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗸𝗲𝗵𝗿𝘀𝘄𝗲𝗻𝗱𝗲
Innerstädtisch sollte der Verkehr der Zukunft neu gedacht werden!
Die Innenstädte sollten für den individuellen Fahrzeugverkehr im Kernbereich gesperrt werden.
Langfristig ist z.B. der jetzige Bus-, Bahn-, U-Bahnverkehr durch elektrische, selbstfahrende Kleinbusse, die per App angefordert werden können, zu ersetzen.
Die Infrastruktur der gesperrten Straßen und die Trassen der Bahnen würden dies gefahrlos zulassen. Die Transportmöglichkeiten sind individueller, was die Akzeptanz auch bei Autofahrern und älteren Menschen erhöhen würde. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit wird angepasst und die Reisenden sitzen entgegen der Fahrtrichtung, im Sinne der Verkehrssicherheit.
Die Kosten der zu renovierenden U-Bahnstreckennetze könnten eingespart werden. Autos könnten in flächenoptimierten Parkhäusern außerhalb der Stadt geparkt werden. In den Innenstädten an den Hauptpunkten werden überdachte Rollstege installiert und betrieben.
Es gibt keinen störenden Individualverkehr und weniger Unfälle.
Fahrradfahrer, Scooter und sonstige Fahrzeuge bleiben außen vor.
Obwohl ich persönlich mehr als 2000 km im Jahr mit dem Fahrrad unterwegs bin, frage ich mich, wie viele Leute denn tatsächlich ganzjährig zum Einkaufen, Arbeiten oder aus Vergnügen mit dem Fahrrad in die Innenstadt gelangen möchten? Selbst auf gut ausgebauten Radverbindungen habe ich teilweise morgens zur Hauptberufszeit selbst bei perfektem Wetter nur wenige Radfahrer von Dezember bis März sehen können.
Betrachtet man die Verkehrswende, so machen unsere Politiker gerade mit dem Fahrrad den gleichen Fehler wie in den 60iger Jahren mit der Priorisierung des Autoverkehrs in den Städten.
Radwege wo nötig, wir sollten das allerdings objektiv analysieren und auswerten.
Derzeit wird bundesweit so gehandelt, als ob der ADFC die Mehrheit der Bevölkerung darstellt. Dieser Verein hat gerade 200.000 Mitglieder, allein der ADAC hat beispielsweise mehr als 21.000.000 Mitglieder. Da verbleibt die berechtigte Frage, welchen Stellenwert in der Demokratie eine Minderheit von 0,95% eingeräumt bekommt. Welchen Stellenwert hat eigentlich der Fußgänger?
Darüber gilt es ebenso nachzudenken, wie über die Alterspyramide der Bevölkerung und der daraus resultierenden täglichen Nutzung des Fahrrades.
Obwohl wir eine Verkehrswende wollen, rate ich jedem bei schönem Wetter einen asphaltierten Radweg mit dem Fahrrad zu nutzen. Auf 3-4 km Strecke kommt es regelmäßig zu Beinahe- Unfällen, keine mir bekannte Gruppe von Verkehrsteilnehmern ist rücksichtsloser untereinander, unsicherer in der Handhabung und betrachtet die STVO mehr oder weniger nur als Empfehlung.
Meine Bitte: Kein sinnloser Ausbau von Radwegen, sondern Radwege planen und die Bevölkerung in Rahmen von Volksentscheiden mit einbinden.
Jedes Fahrrad ab Größe 20 sollte ein Kennzeichen zur Identifizierung erhalten.
Bei jedem neu verkauften Fahrrad z.B. ab 1000,00 Euro Listenpreis, sollte einmalig eine zweckgebundene Steuer fällig werden, um die Radinfrastruktur zu stärken.
Vergehen von Radfahrern sind genauso zu bestrafen wie solche von Autofahrern.
Werden Fußgänger, Behinderte oder Kinder gefährdet, sollte eine angemessene Strafe bis zum möglichen Einzug des Fahrrades möglich sein. Radwege sollten regelmäßig überprüft werden. Ist Asphalt notwendig, oder wird unnötig die Geschwindigkeit angehoben und steigt die Glättegefahr im Winter?
Selbstverständlich ADFC, ADAC und Verkehrsfachleute einbinden, aber nicht einseitig auf das Fahrrad als das selig machende Verkehrsmittel setzen.
Ich halte Fahrradwege für wichtig, aber an richtiger Stelle und orientiert am tatsächlichen Bedarf, bezogen auf das gesamte Jahr. Der ist im Bereich Schulen und Universitäten größer als in Innenstädten oder Außenbezirken mit überwiegend älterer Bevölkerung.
Die derzeitige pauschale Betrachtung wird dem Nutzungsverhalten der Radfahrer nicht gerecht. Das Fahrrad ist aus meiner Sicht ein interessantes Verkehrsmittel, aber es ist nicht für jeden Zweck, für jeden Mitbürger, bei jedem Wetter, das richtige Verkehrsmittel.
Wir beschäftigen uns mit Verkehrsunfällen, Fahrradunfällen und insbesondere mit Schäden an hochwertigen Fahrrädern, einige der Kollegen sind Radsportler und fahren viele tausend Kilometer im Jahr. Die daraus gewonnene Erfahrung hat mich veranlasst, meine ganz persönliche Meinung bezüglich der Verkehrswende zum Besten zu geben.
Wenn wir das Auto und andere motorisierte Verkehrsmittel verteufeln, verlieren wir mittelfristig einen Teil unserer gewohnten Mobilität und diskriminieren Familien mit mehreren Kindern,
ältere Menschen, Behinderte und viele Berufsgruppen.
Zuerst müssen wir wieder lernen, respektvoll mit der Meinung anderer umzugehen, diese zu analysieren, zu akzeptieren und uns demokratisch der Mehrheit der Gesamtbevölkerung einer Region zu fügen.
Politik muss wieder die Mehrheit der Bürger mitnehmen, Minderheiten dürfen nicht diskriminiert werden, aber vor allem darf nicht das Gefühl aufkommen, dass diese bevorzugt werden. Alle Verwaltungsprozesse müssen vereinfacht werden,
damit Großprojekte und Pandemien nicht zum Desaster führen.
Ihr Ralf Graf
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