09/09/2025
In Schweden nimmt die Energiewende Fahrt auf: Preem, das größte Mineralölunternehmen des Landes, hat mit der Umstellung seiner Lysekil-Raffinerie begonnen. Aus einem klassischen Standort für fossile Kraftstoffe wird Schritt für Schritt eine Produktionsstätte für HVO (Hydriertes Pflanzenöl) und SAF (Sustainable Aviation Fuel).
Die FEED-Verifizierung (Front-End Engineering Design) wurde im August 2025 an das Engineering-Unternehmen Worley vergeben. Damit ist der Startschuss für die technische Planung gefallen. Sollte die finale Investitionsentscheidung wie erwartet Anfang 2026 erfolgen, beginnt anschließend die EPCm-Phase (Engineering, Procurement and Construction Management). Ziel ist es, die ersten großen Mengen erneuerbarer Kraftstoffe aus Lysekil innerhalb weniger Jahre auf den Markt zu bringen.
Die Dimension des Projekts ist beeindruckend: Jährlich könnten durch die Umstellung 2 bis 3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Gleichzeitig würde Schweden seine Position als Vorreiter in der Produktion und Nutzung nachhaltiger Energieträger weiter ausbauen. Für die EU bedeutet das ein weiteres starkes Signal, dass der Umbau bestehender Raffinerien ein zentraler Hebel ist, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander zu verbinden.
Die Entscheidung von Preem verdeutlicht auch: Es braucht nicht immer den Bau völlig neuer Anlagen. Bestehende Standorte können mit dem richtigen Know-how und Investitionen transformiert werden – schneller, effizienter und mit geringeren Einstiegshürden. Für HVO und SAF, die in bestehenden Motoren und Triebwerken genutzt werden können, bietet das einen direkten Weg in den Markt.
Fazit: Mit der Transformation der Lysekil-Raffinerie zeigt Preem, wie pragmatischer Klimaschutz im großen Maßstab aussehen kann. Europa braucht genau solche Projekte, um die Nachfrage nach erneuerbaren Molekülen zu decken und die Dekarbonisierung von Verkehr und Luftfahrt entscheidend voranzubringen.