30/08/2018
Was für die Motorradfahrer: Hier wird der Lenkimpuls beim Motorradfahren sehr gut beschrieben.
Ansonsten bitte nicht vergessen: ab dem 03.09. findet, nach unserer Sommerpause, der Theorieunterricht wieder statt.
Hartnäckig hält sich in den Köpfen vieler Motorradfahrer der Gedanke, dass eine Gewichtsverlagerung vorrangig für die Änderung der Fahrtrichtung verantwortlich sei. So geht aus einer Studie des ifz hervor, dass über die Hälfte (55,6%) der hierzu Befragten der Meinung ist, dass die Verlagerung des eigenen Gewichts auf dem Motorrad überwiegend eine Kurvenfahrt einleiten würde.
Die Realität sieht jedoch anders aus. Ist der Einlenkpunkt einer Kurve erreicht, macht der Fahrer zunächst eine kurze Lenkbewegung gegen die eigentliche Kurvenrichtung, den so genannten Lenkimpuls. Darauf folgt eine sanfte Lenkbewegung zur Kurveninnenseite.
Geht es beispielsweise in eine Linkskurve, macht der Fahrer also einleitend eine kurze Lenkbewegung gegen die Kurvenrichtung, also nach rechts. Der Lenkimpuls bringt das Motorrad aus dem Gleichgewicht, mit dem Resultat, dass die Maschine nach links in Schräglage abkippt. Für viele Fahrer erfolgt dieser Lenkimpuls meist unbewusst. Je größer der Lenkimpuls ausfällt, desto abrupter gerät die Maschine in Schräglage. Bliebe die Lenkung jetzt in dieser Position, würde die Maschine aus der Balance geraten und nach links umkippen. Folglich muss der Fahrer das Einkippen der Maschine in Linksschräglage durch eine sanfte Lenkbewegung zur Kurveninnenseite abschwächen und stabilisieren.
Sollte während der Kurvenfahrt eine größere Schräglage erforderlich sein, etwa, weil sich die Kurve zuzieht, wird am kurveninneren Lenkerende (in unserem Fall links) nachgedrückt. „Links drücken“ in Linkskurven und „Rechts drücken“ in Rechtskurven.
Viele Motorradfahrer üben den Lenkimpuls intuitiv aus, aber: Nur, wer den Lenkimpuls kennt und ihn ausgiebig trainiert hat, wird ihn auch effektiv einsetzen können.
Um eine Kurve nach der anderen zu durchfahren, muss also ordentlich gelenkt werden. Wer immer noch meint, dass alles über Gewichtsverlagerung oder Schenkeldruck geregelt wird, ist auf dem Holzweg. Nur kräftige und gezielte Lenkimpulse bringen das Motorrad dahin, wo es hin soll. Die reine Gewichtsverlagerung des Fahrers kann bestenfalls unterstützend wirken.