15/04/2025
Kurz vor dem Trip ins ferne Ungarn war heute am Turbo ein Wechsel des Getriebeöls fällig. Die M32 Getriebe sollen ja empfindlich sein und so war der Wechsel angesagt.
Turbo ist 20 Jahre alt und hat inzwischen knappe 249.000 Km auf der Uhr.
Nach dem käuflichen Erwerb von 2,3 Liter (also drei Liter) Getriebeöls der Kategorie GL5 (75W90) und angesichts des hervorragenden Wetters war heute nach Feierabend der Wechsel angesagt.
Der kurze 10mm Imbusschlüssel öffnete die seit 20 Jahren unberührte Madenschraube ohne Probleme, heraus kam eine sehr dunkle bubingafarbene Flüssigkeit (Bild 1).
Gott sei Dank keine Späne oder sonstige Metallrückstände. Das M32 ist also noch völlig in Ordnung.
Danach die ebenfalls mit 10mm Imbus versehene Kontrollschraube, Typ Made, entfernt.
Das Ganze lassen wir gründlich ablaufen, Getrieböl ist doch relativ zähflüssig.
Inzwischen habe ich den Ausbau der Batterie sowie (wichtig) des Batterieträgers in Angriff genommen und es kam, was immer beim Schrauben an alten Autos passiert: Eine Schraubverbindung ist nicht mehr lösbar.
Hier ist es die Klemmarretierung der Batterie, die mit dem Batterieträger verschraubt ist. Der Batterieträger ist aus PA/GF gefertigt und im Kunststoff ist ein Bronzeinlet verarbeitet - in das die 13er Schraube untrennbar verliebt ist und folglich sich beim Lösen Schraube und Inlet im Paarlauf bewegen.
Die Folge:
Die Schraubverbindung ist unlösbar.
Das Vokabular:
😡🤬💩💩💩⛈
Die Idee:
Polyamid 6.X ist ein Thermoplast und wird bei ~200°C weich.
Man nehme also den Akkuschrauber, statte ihn mit einer 13er Nuss aus und gebe ca. 20 Sekunden Vollgas. Dabei hebelt man leicht mit einem Schraubenzieher an dem Klemmblech und das Problem ist vorläufig gelöst (siehe Bild 2). Die Reibungsh*tze befreit das PA-Bronze Konglomerat von jeglicher Haftung.
Da das Klemmblech noch benötigt wird, muß das Bronzeinlet weichen - ein Schraubstock und etwas Gewalt sind hier zielführend.
Eine längere 13er Schraube samt Kontermutter sorgt wieder für eine ordnungsgemäße Befestigung der Batterie (Bild 3).
Der Rest war einfach:
Die Einfüllöffnung unter dem Batterieträger besteht jetzt aus einer 8mm Imbus Madenschraube. Lösen, die Ablassschraube mit Schraubensicherungskleber versehen und die Ablassöffnung verschließen. Die Kontrollöffnung bleibt offen.
Mit Hilfe eines unbedingt sauberen Trichters gießt man jetzt ca. 1,8 Liter Liter Getriebeöl ein, die nächsten ca. 300ml langsam und dabei ist die Kontrollöffnung im Auge zu behalten. Wenn dort das neue ÖL austritt, ist der erste Auffüllvorgang beendet. Die Madenschraube der Kontrollöffnung ist jetzt, ebenfalls mit flüssiger Schraubensicherung versehen, zu verschließen um dann nochmals 200 ml Getriebeöl nachzugießen.
Einfüllöffnung verschließen (natürlich auch mit Sicherungskleber), Batterieträger einbauen, Kabelbäume wieder mit Zippern arretieren und dann die Batterie mit der neuen Klemmvorrichtung befestigen.
Das wars schon.