06/03/2026
75 Jahre "Knautschzone" 🥳🎂
Definiert verformbare Knautschzonen vorn und hinten zum Abbau kinetischer Energie bei einem Unfall, dazwischen eine gestaltfeste Fahrgastzelle zum Schutz der Passagiere: Dieses Konstruktionsprinzip hat 1959 in den Mercedes-Benz „Heckflosse“-Limousinen der Baureihe W 111 Weltpremiere. Nahezu alle Autohersteller greifen das Prinzip auf. Die visionäre Auslegung der Karosserie entwickelt der Mercedes-Benz Ingenieur Béla Barényi (1907 bis 1997), zum Patent angemeldet wird das Prinzip am 23. Januar 1951. Barényi, Wegbereiter der passiven Sicherheit, bricht konsequent mit dem zuvor geltenden Ansatz einer möglichst steifen Gesamtkarosserie zum Schutz der Insassen bei einem Unfall. Dazu teilt er die Karosserie in Zonen mit unterschiedlichen Funktionen auf: Die Knautschzonen vorn und hinten dienen dazu, möglichst viel Aufprallenergie durch gezielte Verformung aufzunehmen und abzubauen. Die besonders gestaltfest ausgelegte Sicherheitsfahrgastzelle in der Fahrzeugmitte hingegen bietet den Passagieren einen möglichst stabilen und sicheren Innenraum. Das Barényi-Patent Nr. 854 157 „Kraftfahrzeug, insbesondere zur Beförderung von Personen“ wird am 30. Oktober 1952 erteilt. Es ist ein Grundstein der passiven Automobilsicherheit und prägt nicht allein die Entwicklung der Mercedes-Benz Baureihe W 111, sondern beeinflusst auch maßgeblich den Beginn systematischer Crashversuche bei der damaligen Daimler-Benz AG ab 1959.
Illustration: Mercedes-Benz Archive