07/05/2020
PRESSEMITTEILUNG
Tausende Hamburger Fahrschüler warten auf Führerschein-Prüfung
Hamburger Fahrschulen verzweifelt: keine Öffnung vor Ende Mai in Sicht
Friseur-Geschäfte sind seit kurzem wieder geöffnet, die Gastronomie hat mit dem geplanten Exit ab dem 9. Mai endlich eine Perspektive – doch bei den Fahrschulen in Hamburg stehen die Räder im wahrsten Sinne des Wortes weiterhin still, sie warten immer noch darauf, den Ausbildungsbetrieb wieder regulär aufnehmen zu können. Das bringt nicht nur viele Fahrschulen in existentielle Not, sondern auch etliche Fahrschüler in schwierige Alltags-Situationen zwischen Kinderbetreuung und Versorgung der Großeltern, die seit Wochen nicht mehr selbst einkaufen können.
Hamburg, 07. Mai 2020. „Schon vor Wochen haben wir ein Hygiene-Schutz-Programm bei uns eingeführt und uns auf den Exit vorbereitet“, so Tim Wetjen von der Academy Fahrschule in Hamburg. „Nach der Entscheidung von Bund und Ländern am Mittwoch haben wir nun traurige Gewissheit. Die Türen für die Hamburger Fahrschulen bleiben auch im Mai weiterhin geschlossen – obwohl sonst die Fahrschulen in nahezu alle Bundesländer öffnen dürfen oder eine zeitnahe Perspektive für eine Öffnung haben.
Infektionsketten in Fahrschulen besser nachvollziehbar als in der Gastronomie
Dabei ist die Gefahr, mit dem Unterricht eine Infektionskette auszulösen, verschwindend gering. „Wir dokumentieren jeden Kontakt zwischen Fahrlehrern und Fahrschülern und könnten im Fall einer Ansteckung sofort die Infektionskette nachvollziehen und alle Maßnahmen einleiten, um sie zu stoppen“, so Tim Wetjen, der seit Wochen auf die Wiedereröffnung vorbereitet ist und nun wartet. Er ärgert sich über die widersprüchlichen Entscheidungen: „Wir haben gerade erfahren, dass wir in Hamburg mit einem eingeschränkten Ausbildungsbetrieb öffnen dürfen – und zwar nur für die Fahrschüler, die aus beruflichen Gründen einen Führerschein brauchen. Das macht überhaupt keinen Sinn. Wir haben viele Fahrschüler, die verzweifelt sind, weil sie den Führerschein aus privaten Gründen dringend brauchen, um zum Beispiel ihre Großeltern zu versorgen, die aufgrund der Kontaktsperre nicht mehr einkaufen gehen“, äußert sich Wetjen empört.
Schnelle und sichere Umsetzung der Corona Hygienestandards in Fahrschulen
Dabei berichten bereits geöffnete Fahrschulen in Hessen und Nordrhein-Westfalen, dass die Umsetzung und das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln recht einfach sind, und das Geschäft schnell wieder anläuft. „Fahrschüler und Fahrlehrer tragen Mund-Nasen-Schutz und waschen sich vor und nach dem Unterricht die Hände, alle Räume sind mit Desinfektionsspender ausgestattet, während des Fahrunterrichts sind Dach- und Rückfenster geöffnet. Die Menschen haben sich an das neue Miteinander gewöhnt und verhalten sich automatisch so“, bestätigt Gorazd Koch von der Fahrschule Lübow aus Bad Homburg in Hessen. Fragt man sich also, warum das einzig in Hamburg nicht funktionieren sollte.