08/11/2025
Mal jemand der die Realität so beleuchtet, wie sie tatsächlich ist… mal öfter über einen Wert nachdenken und weniger über Kosten…
Danke Kollege Wannags!
Offener Brief an die Politik: Der Führerschein ist kein Geburtsrecht – sondern eine verantwortungsvolle Ausbildung
Sehr geehrte Damen und Herren in der Politik,
sehr geehrte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger,
heute scheint es selbstverständlich, dass Jugendliche jedes Jahr ein neues Smartphone besitzen – oft im Wert von über 1.000 Euro.
Doch wenn es um den Führerschein geht, fehlt plötzlich das Verständnis für dessen Wert. Dabei ist der Führerschein keine Ware, sondern eine Ausbildung, die Verantwortung, Disziplin und Sicherheit vermittelt – und damit ein Stück Lebensqualität und Freiheit.
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Der Führerschein ist eine Investition – kein Luxusgut
Ein Führerschein entsteht nicht über Nacht. Eltern und Jugendliche haben 17 Jahre Zeit, um sich darauf vorzubereiten.
Wer jedes Jahr nur 300 Euro spart, hat das Geld längst zusammen, wenn das Kind 18 wird.
Das ist keine finanzielle Überforderung, sondern eine Frage der Prioritäten.
Wir reden hier nicht über ein Konsumprodukt, sondern über eine Ausbildung, die ein Leben lang begleitet – und im Zweifel Leben rettet.
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Die Realität in den Fahrschulen
Tagtäglich erleben Fahrlehrer, dass junge Menschen motorisch, geistig und sozial immer weniger vorbereitet sind.
Ein Teil der Fahrschüler benötigt mehrere Stunden, um geradeaus zu fahren oder einfache Koordinationen zu erlernen.
Kritik ist oft kaum möglich – Eltern stehen schnell in der Tür, weil ihr Kind überfordert ist, statt ihm Verantwortung zuzutrauen.
Der Fahrlehrer wird immer häufiger zum Psychologen im Auto.
Er vermittelt nicht nur Fahrtechnik, sondern auch Selbstbewusstsein, Konzentration, Motivation und soziale Kompetenz.
Das ist Bildungsarbeit – und keine reine Dienstleistung.
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Über Kosten und Verantwortung
Oft heißt es: „Der Führerschein ist zu teuer.“
Doch was bekommt man heute für 4.000 Euro, das einen ein Leben lang begleitet und potenziell Leben rettet?
Fahrlehrer tragen hohe Verantwortung, bilden sich regelmäßig fort und leisten pädagogische Arbeit unter enormem Druck.
Kein anderer Beruf mit vergleichbarer Verantwortung würde für 16 Euro pro Stunde ausgeübt werden – und das tut auch kein Fahrlehrer mehr.
Realistisch betrachtet liegen die tatsächlichen Kosten, die nötig wären, um Qualität, Weiterbildung und faire Löhne zu sichern, deutlich höher.
Wer Sicherheit im Straßenverkehr will, muss auch die Ausbildung entsprechend wertschätzen.
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Politische Entscheidungen ohne Praxisbezug
Viele politische Diskussionen über Fahrschulen entstehen fernab der Realität.
Wer nie erlebt hat, was es bedeutet, Verantwortung im Straßenverkehr und für junge Menschen zu tragen, sollte nicht über Ausbildungsstandards und Preise entscheiden.
Anstatt Fahrschulen mit zusätzlichen Auflagen, Simulatorpflichten oder Bürokratie zu belasten, braucht es endlich Praxisbezug, Vertrauen und Entlastung.
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Konstruktive Vorschläge für eine faire Führerscheinausbildung
• Steuerliche Absetzbarkeit: Der Führerschein ist Bildung – und sollte wie andere Bildungsleistungen zu mindestens 50 % steuerlich absetzbar sein.
→ Das würde Barzahlungen reduzieren, Bürokratie vereinfachen und Fairness schaffen.
• Frühzeitiges Sparen: Eltern wissen, wann ihr Kind 18 wird. Wer jährlich etwas zurücklegt, hat später keine finanzielle Hürde.
• Nebenjobs fördern: Jugendliche ab 15 oder 16 können selbst Verantwortung übernehmen und lernen, wofür sie investieren.
• Theorieprüfung reformieren: Fahrschulen sollten – ähnlich wie andere Bildungseinrichtungen – die Möglichkeit haben, Theorieprüfungen selbst durchzuführen.
• Mehrwertsteuer abschaffen: Wenn beim LKW-Führerschein keine MwSt. anfällt, sollte das auch für den Pkw-Führerschein gelten.
• Flexiblere Prüfungen: Prüfer sollten mehr Entscheidungsspielraum haben, statt starr an Zeiten gebunden zu sein.
• Pflichtstunden überdenken: Qualität entsteht nicht durch Mindestzahlen, sondern durch Kompetenz und pädagogisches Gespür.
• Anerkennung ausländischer Führerscheine anpassen: Wer in Deutschland fahren will, sollte nach deutschen Standards ausgebildet und geprüft werden.
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Qualität darf kein Billigprodukt werden
Ein Führerschein ist kein Konsumgut, sondern eine Investition in Bildung und Sicherheit.
Wenn Qualität durch Preisdruck zerstört wird, gefährden wir die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
Nur wer eine fundierte Ausbildung erhält, kann verantwortungsvoll handeln – im Straßenverkehr wie im Leben.
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Fazit
Der Führerschein ist kein Geburtsrecht, sondern eine Leistung, die Respekt verdient.
Die Politik sollte endlich aufhören, Symbolthemen zu diskutieren, und stattdessen die Arbeit der Fahrschulen würdigen, entlasten und stärken.
Denn am Ende geht es nicht um Bürokratie oder Preise –
es geht um Menschenleben.
Und die sind unbezahlbar.
Mit respektvollen Grüßen
Jens Wannags
Inhaber & Geschäftsführer
Delta Drive GmbH