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04/06/2024
17/05/2024
15/01/2024
02/01/2024

Manchmal reicht ein Bild allein nicht aus, um die ganze Geschichte zu erzählen. Nehmen wir dieses mal als Beispiel.

Was wir hier sehen ist Willi Kauhsen, der gerade aus seinem gelben Porsche 917/10 klettert. Dabei ist er von Schnee auf der alten Start-und-Ziel-Geraden des Nürburgrings umgeben. Im Hintergrund steht eine ganze Reihe von Limousinen einer anderen schwäbischen Automarke. Aber wie genau kam es zu diesem Bild und was sind die Hintergründe? Tatsächlich ist es eine dieser "einmaligen" Erzählungen aus der reichhaltigen Geschichte von Porsche. Wir versuchen uns hier mal an einer Kurzversion.

1973 war Dr. Gustav Heinemann bereits seit einigen Jahren Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Auf einer Tour durch alle Bundesländer traf er am 3. April am Nürburgring ein, um dort das Porsche-Team bei Testfahrten zu besuchen, die zwei Tage nach dem ersten Saisonrennen der Interserie stattfanden. Heinemann war zu diesem Zeitpunkt bereits 74 Jahre alt und hegte seit langer Zeit einen Wunsch: er wollte ein wirklich schnelles Auto in Aktion erleben. Und nicht einfach irgendein schnelles Auto, sondern am Liebsten den 917/10 mit seinem rund 1.000 PS starken Zwölfzylindermotor. Es gab nur ein kleines Problem: als er mit seiner Begleitung am Nürburgring eintraf, lagen die Rennstrecke und ihre Umgebung unter einer Schneeschicht.

Da jedoch in den Tagen und Wochen zuvor zahlreiche Vorbereitungsarbeiten durchgeführt worden waren - inklusive umfangreicher Sicherheits-Checks des gesamten Rennteams - musste diese Fahrt nun stattfinden, egal wie die Wetterbedingungen aussahen. Bewaffnete Polizisten machten sich mit einem Polizeiwagen auf den Weg um den Kurs, um nach potenziellen Bedrohungen Ausschau zu halten. Heinemann stieg derweil ins Cockpit und wurde in seiner formellen Kleidung inklusive Anzug und Mantel auf dem Beifahrersitz angeschnallt. Den Platz hinter dem Lenkrad nahm Willi Kauhsen ein, der den 917/10 und den Nürburgring bestens kannte. Immerhin hatte er das Rennen zwei Tage zuvor gewonnen. Er fuhr aufgrund der Witterung vorsichtig, jedoch keinesfalls langsam. In einer Kurve auf halber Strecke kam er am bereits erwähnten Polizeiwagen vorbei, der von der Strecke abgekommen war. Kauhsen bremste hart, wodurch sich der 917/10 einmal um die eigene Achse drehte, bevor er ihn wieder einfangen und die Runde beenden konnte.

Heinemann war von dieser Erfahrung mehr als überwältigt und erzählte von dieser Fahrt als Hochgeschwindigkeitspassagier noch für lange Zeit. Leider wurden die wenigen offiziell zugelassenen Fotografen damals von offizieller Seite in der Auswahl ihrer Motive streng eingeschränkt, weshalb es keine Aufnahmen von Heinemann im oder am 917/10 gibt. Daher können wir Euch nur dieses eine Bild einer denkwürdigen Fahrt aus dem Porsche-Geschichtsbuch zeigen.

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