29/10/2024
Schneller als jeder andere Hersteller wollte der Sportwagenbauer eigentlich sein Portfolio auf Elektroantriebe umstellen. Doch in der Telefonkonferenz nach Vorlage der Quartalszahlen am Freitag-Abend ging eine mittelgroße Bombe hoch: Porsche passt seine Elektrostrategie an. Entgegen ursprünglicher Planungen sollen viele E-Autos nun doch einen Verbrennungsmotor an Bord haben.
Porsche setzt damit offenbar wieder stärker auf Verbrenner und könnte entsprechende Plattformen neu auflegen. Die kommenden Modelle wie Porsche 718 mit Cayman und Boxster, Cayenne sowie das große SUV mit dem Projektnamen K1 waren eigentlich alle als rein elektrische Fahrzeuge geplant. Entsprechende Konzepte seien bereits in einer entscheidungsreifen Phase, deutete Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke an. Eine Änderung der Antriebsart könnte jedoch beim für nächstes Jahr geplanten 718-Modell schwierig umzusetzen sein, da die Markteinführung bevorstehe.
Porsche passe die Strategie an, weil sich die Nachfrage anders entwickelt. Zu den geplanten Elektroautos sind jetzt doch Verbrenner und Hybride geplant, wenn es die neuen Plattformen hergeben.
Besonders in China sieht Porsche in den kommenden Jahren erhebliche Herausforderungen auf sich zukommen. Die chinesische Automobil-Branche hat durch die Elektromobilität einen Vorsprung gewonnen, und lokale Hersteller dominieren den Markt. Diese bieten gut ausgestattete Elektroautos für rund 30.000 Euro an, wodurch der Kosten- und Preisdruck auf europäische Anbieter wie Porsche weiter steigt. Der Markenname spiele eine zunehmend geringere Rolle. Die FAZ titelt: "China hat sich gewandelt, da spielen Europäer leider keine Rolle mehr."
Die generelle Entwicklung in China werde wohl nicht mehr wie ursprünglich von Porsche angenommen eintreten, befürchtet Porsche. Daher müsse man sich stärker auf andere Märkte konzentrieren. Meschke nannte unter anderem Indien als möglichen Zukunftsmarkt. Um das langfristige Ziel einer operativen Marge von 20 Prozent zu erreichen, müsse Porsche weiter darauf setzen, den durchschnittlichen Verkaufspreis durch attraktive Modelle und individuelle Sonderausstattungen zu steigern.