05/09/2020
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Kürzlich sprach ich mit meiner Tante über die Träume und Wünsche, die sie als Kind hatte und so landeten wir auch beim Thema Traumberuf. Sie erzählte mir davon, dass sie schon als Kind genau wusste, was sie werden wollte und dass es beinahe nicht dazu gekommen wäre.
Sie hatte damals ein paar Wochen lang dem Drang nachgegeben, „Faul" zu sein und dadurch die Bewerbungsfrist für die Ausbildung bei ihrer Wunschfirma verpasst. Ihr Vater allerdings kannte die richtigen Menschen bei einer konkurrierenden Firma und nach einem gemeinsamen Vorstellungsgespräch klappte es dann doch noch mit der Ausbildung.
Eine Ausbildung, die auch meine Mutter bei dieser Firma machte. So lernten sie sich kennen. Und bei einer Fortbildung dieser Firma lernte meine Tante dann schließlich meinen Onkel kennen und lieben. Es brauchte dann nur noch eine Party und schon war es auch um meine Eltern geschehen.
Ohne die damalige „Faulheit“ meiner Tante hätten sich meine Eltern also wahrscheinlich nie kennengelernt und mich gäbe es vermutlich heute nicht. Ihr kennt die Geschichte mit dem Flügelschlags des Schmetterlings, der die Welt verändert. Ein bisschen trifft das für meine Familie hier also zu.
Natürlich weiß ich nicht, was passiert wäre, wenn meine Tante die Ausbildung nicht gemacht hätte. Sie hatte nie Kinder, vielleicht wäre das unter anderen Umständen anders gewesen. Vielleicht hätten wir auch jetzt den Weltfrieden, weil sie ohne diesen Traumberuf vielleicht andere Träume umsetzen und nebenbei die Menschheit hätte retten können. Ich weiß es nicht. Ich bin aber froh darüber, dass es mich gibt und dass es so gekommen ist.
Und damit sind wir bei meinem Traumberuf. Eine Statistik vom Anfang des Jahres, vor Corona, zeigt mir, dass wöchentlich fast 1000 Familien einen FamilySteps-Kurs besuchten. 1000 Familien, in denen unsere Kursleiter*innen jede Woche kräftig mit ihren Schmetterlingsflügeln schlugen, um den Familien eine schöne, gemeinsame Zeit zu ermöglichen, und alles dafür gaben sie zu bekräftigen und ihnen Impulse mitzugeben.
Jemand sagte mir kürzlich, wie wenige dass in Relation seien und dass wir niemals alle erreichen würden. Das stimmt. Und wir werden nie wissen, wie es den Familien ergangen wäre, wenn sie nicht in unseren Kurse gekommen wären.
Und dennoch weiß ich auch, dass alle unsere Kursleiter*innen bei FamilySteps täglich daran arbeiten, den Weg vieler Familien noch ein bisschen entspannter und schöner zu gestalten. Wir können nicht alle erreichen, das ist mir bewußt. Unser Einfluss ist begrenzt, auch das ist mir klar. Aber wenn wir nur das Leben eines einzigen Menschen ein bisschen schöner machen können, verändern wir die Welt. Und ich bin sicher: zum guten.
Und das macht die Arbeit bei FamilySteps zu meinem Traumberuf. Wir hoffen bald wieder so viele Menschen zu erreichen, vielleicht sogar noch mehr. Corona hat uns zurückgeworfen, ja. Aber unsere Flügel hat es nicht zerbrochen. Die schlagen weiter. Kräftiger als zuvor.
(Bild von Joshua Woroniecki auf Pixabay)