18/11/2025
"kurzer" Rennbericht vom Wochenende :
Freitag abend ging es los, den Polo und den Lupo tdi aufgeladen und ab nach Meppen.
wir haben dann abends im Hotel noch eine kleine Fahrerbesprechung mit dem "Konkurrenz Team " Aengenvoort Motorsport abgehalten.
Der Gründer von Aengenvoort Motorsport ist Christian Aengenvoort, einige kennen den eventuell von Bitburg oder als meinen Werkstattnachbarn.
Unseres kleines Werkstattbattle wer die besseren Autos baut und wer besser fährt läuft schon einige Jahre und da es Christian bisher nie gelungen war uns zu schlagen hat er diesmal groß aufgefahren mit 3 Autos.
Einen Lupo den er selbst fahren wollte da der zweite Fahrer kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen war. ( und weil ich auch den Lupo alleine fahren wollte. )
Da hat er aber kurzfristig Ersatz gefunden.
Dann einen Seat mit seinem Mechaniker und einem Teamfahrer
Und als hinterhältiges Manöver einen Mini auf dem seine Frau, die Nachbarin und meine eingekaufte Tochter fahren sollten.
Bei uns war geplant :
Der Polo mit unseren beiden Azubis Linus und Okan mit Backup Fahrer Rene.
Und der Lupo mit mir und falls die Blase oder die Kondition nicht mit machen Jan als Backup Fahrer.
Der Polo sollte im Idealfall mit einem Tankstopp und Fahrerwechsel durchkommen.
Der Lupo errechnet ohne Tankstopp ( allerdings war ich nie gut in Mathe)
In Gedanken war ich auf P1 gesetzt, Linus und Okan auf zwei und danach dann im Idealfall der Mini von Christian.
Aber, Planung ist das eine, Praxis was völlig anderes.....
Los ging es mit der Fahrerbesprechung um die unchristliche Zeit 8.30 Uhr, danach von 9-10 freies Training.
Da wir neue Reifen drauf hatten weil die polnischen semis nur 30 minuten halten und neuen die von Christian organisiert wurden hatte ich den ersten Sabotageakt vermutet da die statt 50er Querschnitt einen 55er hatten.
Dadurch passten die nicht auf die beiden Autos und wir haben Donnerstag Abend noch mit dem Vorschlaghammer die Radhäuser beider Autos "angepasst"
Also wollten wir beide Autos noch eine halbe Stunde probefahren um zu prüfen ob alles Ok ist.
Außerdem Wollten wir den genauen Spritverbrauch von dem Lupo ermitteln.
Nach dem Training mit rotem Kennzeichen zur Tankstelle und beide Autos wieder bis an den Rand vollgetankt.
Dabei haben wir festgestellt dass der Lupo exakt 5 Liter/halbe Stunde verbraucht. Dank der erfinderischen Ideen unsererseits sollte das exakt für 6 Stunden und ein paar Minuten reichen.
Spoiler Alarm :
Hat es nicht.
11 Uhr dann der Le Mans Start, für mich die größte sportliche Herausforderung an dem Wochenende da wir ca 6-7 Meter zu den Autos sprinten mußten....
Übrigens auch für Marina die, man glaubt es kaum, noch unsportlicher ist als ich.
Generalstabmäßig geplant sollte ich an Rene vorbeirennen der die Tür aufreissen und mich anschnallen sollte während ich den Motor starte.
Jan sollte von der Beifahrerseite aus den Funk einstöpseln.
Funk klappte, anschnallen nur bedingt. Ich hatte Rene gesagt nur einklicken, stramm ziehen mache ich wenn ich durch die Boxengasse rolle.
Links gings, rechts hat er den Gurt verdreht montiert so dass ich, selbst wenn ich gewollte hätte den Gurt nicht stramm bekommen habe.
Nunja, Meppen ist eng und kurz und der 3 Zylinder Aufsitzmäher auch nicht so schnell also egal.
Da wir als letzte ( am Anfang der Boxengasse) in der Boxengasse standen und Christian seine Autos taktisch klug am Ausgang geparkt hat sind seine 3 Autos vor uns auf die Strecke.
Egal, nach 30 Minuten hatte ich den ersten von seiner Truppe überholt und nach einer guten Stunde den letzten.
Bei einigen anderen hab ich gar nicht mitgezählt wie oft man die in einer Stunde überrundet hatte so dass unser Plan aufgehen konnte.
Bis dann nach 1 Stunde 30 ungefähr die Kupplung von dem Lupo anfing zu rutschen. Das habe ich dann umgangen dass ich das ohnehin schon schmale nutzbare Drehzahlband von 2000 bis 4000 Umdrehungen auf 3500-4000 Umdrehungen zusammengestrichen habe. Hab mich fast gefühlt wie in einer 111r Elise..... Nur dass der Lupo tdi Drehmoment hat...
Geistig schon von einem Ausfall ausgegangen habe ich das Tempo etwas rausgenommen auch weil der errechnete Spritverbrauch offensichtlich deutlich zu optimistisch berechnet war.
Leider hatte Marina auf dem Mini einen Dreher in der nicht einsehbaren Kurve nach Start/Ziel und ein nachfolgender Yaris ist Volley in den Mini.
Sowas ist einer der blöderen Momente wenn du den zerschepperten Wagen deiner Tochter siehst.
Jan hat aber sofort bei Christian nachgefragt und ihr ist nix passiert, im Gegenteil 2 Runden später war die in der Box und hat ihre Mannschaft zusammengeschissen.
Ganz der alte....
Hintergrund war : Der Boxenchef sah das Auto und meinte : der ist fertig.
Marina tobte dann wie eine Irre weil sie von mir gelernt hat : wenn das Auto noch fährt wird gefahren.
Durch das Getöse angelockt haben dann Jan und Rene die Kiste mit Panzerband und Kabelstrapsen in 10 Minuten wieder zusammengebaut und Marina ist wieder raus.
Da ich sie danach irgendwann wieder überholt habe schien das Auto besser zu laufen mit Wut im Bauch da ich länger zum Überholen gebraucht habe.
Christian habe insgesamt 3 mal überrundet, Linus einmal und Okan zweimal.
Dummerweise hat die zweite Fahrerin dann den Mini an genau der gleichen Stelle auch noch mal gedreht mit Mauerkontakt,
Dabei muss wohl zuviel von dem Panzerband kaputt gegangen sein und der dritten Fahrerin ist daher nach ein paar Runden auf der Start/Ziel Graden die Motorhaube auf und vor die Windschutzscheibe.
Daraufhin ist die rausgefahren und wollte auch nach erneuter Reparatur nicht mehr fahren weil die Wischer nicht mehr gingen.
Also ist Marina wieder rein ( Räder drehen noch und so...) Ein braves Kind.
Beim überholen im Pulk musste ich dann zwischendurch trotzdem mal wieder richtig Gas geben und das rutschen der Kupplung wurde schlimmer.
Nach knapp 5 Stunden war der Tank dann auf Reserve und die Blase kurz vor der Sprengung.
Also in die Box gefunkt dass die die Toilette in der Box besetzen sollen und sich für das Tanken vorbereiten sollen.
Auf das Ok vom Jan bin ich in die Box und habe schon in der Einfahrt die Gurte gelöst, Handschuhe ausgezogen und den Funk ausgestöpselt.
Der Hechtsprung aus dem Auto und der Sprint zur Toilette waren Olympiareif, ich war schon wieder im Auto und angeschnallt dar war das tanken noch nicht fertig.
Immerhin habe ich jetzt den zweiten Gurt auch stramm gehabt. durch die einseitige Belastung hatte ich mittlerweile Rückenschmerzen wie Sau.
Als weiteres Highlight kam dann in der letzten Stunde noch eine ins Leere fallende Bremse dazu.
Okan funkte zwischendurch ob die nochmal wechseln könnten da er wohl Kreislaufterror hatte und ihm kurzfristig schwarz vor Augen wurde.
Daraufhin haben die Linus geweckt der auf dem Klappstuhl eingepennt war und es wurde nochmal gewechselt.
Da muß ich gleich morgen mal eine Abmahnung schreiben und Fitnesstraining anordnen.
Jan zählte dann in 10er Minuten Schritten runter.
Nach 6 Stunden bin ich dann als erster mit 222 Runde und 4 Runden Vorsprung auf den zweiten abgewunken worden.
Der Seat von Christian ist 5. und Okan und Linus sind 6. geworden.
Der Mini ist ins Ziel gekommen und immerhin noch 21 von 32 Autos geworden.
Bei der Einfahrt in die Boxengasse ging dann die Motorkontrolleuchte von dem Lupo an und der rappelte nur noch auf 2,5 Zylindern vor sich her.
Könnte fast ein Lotus sein, perfekt auf der Ziellinie auseinandergefallen.
Die Sektdusche von Auto und Fahrer hat mich wiederbelebt und der per Funk angeforderte Cocktail aus 2 800er Ibus, Cola (ja wirklich nur Cola !) wurde geext.
Kurz im Klappstuhl regeneriert wie ein Partikelfilter und dann eine Pulle Sekt geleert.
Zum Glück hat mich meine Truppe davon abgehalten noch eine Rede bei der Siegerehrung zu halten wo es im Kern um die verweichlichung der Jugend, die Vorteile eines Aufsitzmähers bei einem Langstreckenrennen und einiger Kommentare über die Fähigkeiten von ein paar wenigen Teilnehmern ging.
Das zusammengestrichene sah dann so aus :
(2) Facebook
Danach habe ich mir abends im Hotel mal amtlich die Batterie abgeklemmt.
Hat mal wieder richtig Spaß gemacht.
Guido